Low-Density vs. High-Density?

Expertengruppe diskutierte über elektrische Leistungsdichten im RZ

Darmstadt, 18.01.2012 – Insgesamt 15 RZ-Experten trafen sich in Darmstadt zu einem Workshop um verschiedene Fragen bzgl. des Stromverbrauchs und der elektrischen Leistungsdichte in Serverräumen zu diskutieren.

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Die Begrüßung erfolgte durch Thomas Grimmer, zuständig beim Gastgeber EuMetSat für ganzheitliches Facility Management. Die durch den RZ-Planer Ulrich Terrahe initiierte Veranstaltung wurde von Dr. Béla Waldhauser, Leiter der eco Kompetenzgruppe Datacenter Infrastruktur moderiert.

Die Teilnehmer nutzten den Vormittag ausgiebig um über den Status-Quo sowie die zur Zeit eingesetzten Technologien im Serverraum zu diskutieren – So seien z.B. aktuell keine praxistauglichen Verbrauchs-Kennwerte für Switche und Storage-Boxen verfügbar, es müsse immer noch im Einzelfall gemessen werden.

Sowohl der Betrieb von Server-Racks mit einer hohen Leistungsdichte (kW/qm) als auch mit einer geringen Leistungsdichte könne vorteilhaft sein – Hier komme es immer auf den speziellen Anwendungsfall und das Geschäftsmodell des Betreibers an, so die Meinung der Experten.

Als besonders energiehungrig wurden von den Teilnehmern u.a. Videostreaming-Applikationen identifiziert. Durch den erhöhten Strombedarf entstehe hier auch ein größerer Wärmeausstoß der wiederum einen höheren energetischen Aufwand zur Abführung der Wärme aus dem Serverraum zur Folge habe.

Für den RZ-Betreiber stelle die Fläche an sich weniger eine Herausforderung dar als vielmehr die verfügbare Leistung – Ärgerlich, gerade für Colocation-Betreiber, sei der Fall, wenn der Betreiber noch ausreichend Fläche, jedoch keine kühl- oder elektrische Leistung anbieten könne.

Nach der Mittagspause bestand für die Teilnehmer des Workshops die Gelegenheit an einer Führung durch den Kontrollraum des europäischen Wettersatelliten-Betreibers EuMetSat teilzunehmen.



Der Nachmittag war verschiedensten Zukunfts-Szenarien gewidmet. Container-Rechenzentren könnten sich zunehmend in Modulare Rechenzentren verwandeln. Hierbei erfolge ebenfalls eine Containerisierung für die Klima-, Strom- und Notstrom-Module.

Durch die Weiterentwicklung des Grid-Computing könnten sich ebenfalls Energieeffizienz-Effekte einstellen. Hierbei sucht sich die intelligente Software selbstständig in einem IT-Cluster die benötigten Hardwarekomponenten.

Darüber hinaus wurde den ARM-Prozessoren, vorwiegend bekannt aus mobilen Endgeräten wie z.B. Handys, der Weg in die Rack-Server zugetraut. Die Advanced RISC Machines (ARM) sind durch ihren reduzierten Befehlssatz als besonders energiesparend bekannt.

Weitere Ansätze reichten von sogenannten Data Furnaces, kompakten Server-Würfeln die in privaten Haushalten als Heizung eingesetzt werden können bis hin zu DataPlants, welche direkt auf einem Kraftwerksgelände errichtet werden um die Kosten für die Stromzuleitung gering zu halten.

Im Zuge einer höheren Transparenz mache es auch Sinn, dem Kunden zukünftig die Energiewerte einer Anwendung mitzuliefern. Entsprechende Schnittstellen hierzu existieren bereits, werden jedoch noch nicht auf breiter Basis eingesetzt.

Weitere Fotos des Meetings finden Sie in unserem Flickr-Album.

Die Ergebnisse dieses Workshops werden in ein Whitepaper einfliessen und am 5. Juni 2012 beim nächsten Meeting in Damstadt vorgestellt.

siehe auch: Bericht über den Workshop im Midrange Magazin 04/2012